»Das letzte Versprechen«

Der gefährliche Defätismus der Sarah Wagenknecht und einer Alice Schwarzer fällt bei geschichtslosen Putinverstehern auf fruhtbaren Boden.

von Alfred Dagenbach

Abgesehen von dem bewußt propagandistisch linkem Sendungsbewußtsein dieser Damen offenbart die naive Verklärung des nicht erst am 24. Februar 2022, sondern bereits mit der Annektion der ukrainische Halbinsel Krim im Frühjahr 2014 durch Putin begonnenen Kriegs gegen die Ukraine bei vielen ihrer Protagonisten deren erhebliche Wissenslücken in Bezug auf Rußland.

Ist es doch schon erstaunlich, wenn ohne nachzudenken die Falschbehauptungen einer Sarah Wagenknecht als bare Münze genommen werden oder das Ausblenden der Gräuel an den Frauen und Kindern in den besetzten Gebieten der Ukraine ausgerechnet durch eine Frauenrechtlerin wie Alice Schwarzer im Eifer der Rechtfertigung für den Aggressor gänzlich übersehen werden…

Gewiß ist auf der Bühne unserer politischen Gesellschaft bei Weitem auch nicht alles Gold, was glänzt.
Nicht umsonst gibt es zahlreiche Punkte, an denen Kritik anzusetzen ist.
Immerhin darf aber jeder noch so abstruse Behauptungen und Rechtfertigungen über Putins Überfall vor Tausenden verbreiten und auch öffentlich nachgeplappn, wohingegen in Putins Reich schon das Wort „Krieg“ in den Mund zu nehmen höchst gefährliche Konsequenzen nach sich zieht.

Antiamerikanismus
Als Ursachen dafür ist zum einen ein weit verbreiteter Antiamerikanismus zu sehen, der in der alten BRD ihren Ursprung in der Sozialdemokratie hatte:
Die SPD sah sich von den Alliierten lange gegenüber anderen Parteien – insbesondere der KPD [sic!] – benachteiligt. Unvergessen die Attacken ihres damaligen Vorsitzenden Kurt Schumacher gegen Konrad Adenauer als „Kanzler der Alliierten“.
In der DDR wurde natürlich im Kalten Krieg eifrig der Antiamerikanismus in der Form geprägt, als zwar beispielsweise nicht nur der Fall My Lai vom16. März 1968, sondern auch die Angriffe auf Dresden am 13.und 14.Februar 1945 propagandistisch als US-amerkanische Kriegsverbrechen insbesondere den heute wahlberechtigten Schülern eingepaukt wurden – nicht jedoch die grausamen Verbrechen der Sowjetarmee mit den bestialischen Morden und millionenfachen Vergewaltigungen deutscher Frauen.
Sie wurden hingegen verschwiegen und die Sowjetarmee als „Befreier“ – wie umgekehrt auch im Westen in Sachen Alliierte – glorifiziert.

Auch in der nach Helmut Kohl freiheitlichsten Demokratie „die es jemals auf deutschem Boden gab“, wurde solches Geschichtsbewußtsein nach und nach systematisch unterdrückt und alles vergessen oder zumindest beschönigt, was das hehre Bild der „Befreier“ beschädigen könnte.
So erfuhren die Schüler in den ersten Nachkriegszeiten durchaus noch aus erster Hand durch die den Krieg selbst erlebten Lehrer noch immer, was diesen heute als „rechtsradikales Gedankengut“ angelastet würde.
Alle im Bundestag vertretenen Parteien redeten damals noch immer Klartext in deutschen Sachen, was parallel mit der Bereinigung der Geschichtsbücher bis heute verloren gegangen ist.
Und da heute den im Zuge der „Re-education“ mit Halbwissen ausgestatteten Lehrern solches Wissen fehlt, kann es auch nicht überraschen, daß ihre Schüler es auch nicht besser wissen können – und das begann schon Ende der 60er Jahre.
Kein Wunder also, wenn heute selbst 60jährige Putin auf den Leim gehen.

Erfolgreiche Desinformatia
Es ist daher auch nicht verwunderlich, daß die raffiniert aufgebaute russische Propaganda bei vielen so gut wirkt.
Dabei ist doch eigentlich unübersehbar, wie nicht erst Putins Machtapparat durch Unterdrückung nicht nur fremder Völker, sondern allen voran des eigenen Volkes funktioniert.
Und dies ist in Rußland nichts neues, sondern nur die Fortsetzung dessen, was schon die Zaren praktiziert haben.
Es fußt auf der brutalen Unterdrückung der einfachen Bürger, die so schon immer nichts anderes gewohnt sind, als den Mund zu halten und zu gehorchen.
Die Androhung und der Vollzug schlimmster Strafen bei höchster Ungerechtigkeit – siehe Scholzenyzins „Archipel Gulag“ – schüchtern das an sich friedfertige russische Volk derart ein, daß es immer gespurt hat, wie es die jeweiligen Machthaber wollten.
Jeder weiß, was ihm blüht, wenn er sich nicht fügt.

So ist es auch zu erklären, weshalb die Verluste russischer Soldaten in manchen Schlachten im 2. Weltkrieg fünfmal so hoch waren, als die der deutschen Soldaten.
Die Russen wußten, sie hatten keinerlei Alternative zu überleben und starben lieber im Kampf als durch die Kugel eines Kommissars auf Stalins Befehl.
Wer oft sinnlosen Befehlen ausweichen wollte oder gar in Gefangenschaft geriet, war des Todes durch die Schergen Stalins.
So wurden „befreite“ russische Kriegsgefangene nach dem Krieg gleich erschossen, wenn sie nicht wie die Millionen deutscher Kriegsgefangenen das „Glück“ hatten, in einem sibirisches Lager elendlich umzukommen.

Wiewohl Rußland sowohl die Haager Landkriegsordnung als auch die Genfer Konventionen unterzeichnet hat, kümmerte es sich um deren Einhaltung bis heute in keinem seiner Kriege.
Im Gegenteil gehörte es stes wie auch jetzt zu seiner an vorchristliche Gepflogenheiten anknüpfenden möglichst bestialischen Kriegsführung, zu rauben, zu morden, zu vergewaltigen und zu verschleppen – um damit zur Einschüchterung Panik, Furcht und Schrecken zu verbreiten.
So auch in diesem Krieg.

Das erinnert unter vielem anderen der Vergessenheit anheimgefallenem Überliefertem, wie dem Buch »Das letzte Versprechen« der auch als Sängerin und Filmschauspielerin bekannten Bestseller-Autorin Hera Lind.
Sie erzählt darin die wahre Geschichte von Anni aus Siebenbürgen:

»Das letzte Versprechen«
Weihnachten 1944 bricht im Banat die Hölle für die kleine Anni aus: Sie wird von bewaffneten Partisanen aus den Armen ihrer jungen Mutter Amalie gerissen – und in ein jugoslawisches Kinderheim verschleppt, während Amalie mit 180 Frauen des Dorfes in ein Arbeitslager nach Sibirien muss.
Annis Großmutter lässt die 5-Jährige allen Gefahren zum Trotz nicht allein – wie sie es deren Mutter versprochen hat
Heimlich fährt sie mit und ermöglicht der Kleinen die Flucht.
Für Anni wird ihre Oma zum Licht in der Dunkelheit, das ihr auch Jahre später noch leuchtet.
In ihrem auf Tatsachen beruhen­ den Buch „Das letzte Versprechen“ schildert sie das tragische Schick sal der Banaterin Anna und ihrer Fa­milie im serbischen Vernichtungsla­ger und fünf Jahre im Straflager in Sibirien
Nicht ohne tiefe Erschütte­rung erfährt der Leser vom furchtba­ren Schicksalsweg der Banaterin und ihrer Volksgruppe, den Banater Schwaben.

Nachfolgend eini­ge Auszüge aus diesem Buch:

„Und plötzlich klopfte es an die Tür“
„Stille Nacht, heilige Nacht“, stimmte mein Großvater gerade noch mit bebender Stimme an, als auch schon die Gewehrkolben dieser wütenden fremden Soldaten gegen unsere Haustüre donnerten.
Onkel Hans und Tante Christa waren auch da, und niemand wollte so recht mit einstimmen.
Ihre Blicke zuckten panisch durch den Raum und erstarrten.
„Aufmachen! Wir wissen, dass ihr zu Hause seid!“ Russische gebellte Befehle mischten sich mit deutschen Stimmen und hässliches Gelächter unterstrich den Hausfriedensbruch:
Am Heiligen Abend sind nämlich alle Deutschen zu Hause, da gehen sie uns alle ins Netz!“

Bevor meine Familie überhaupt nur begreifen konnte, was vor sich ging, wurde auf Russisch ein Befehl gebrüllt, der vom Dorfvorsteher übersetzt wurde.
„Alle Frauen zwischen 18 und 35 haben sich unverzüglich vor dem Gasthaus Pfeiffer einzufinden!“

Obwohl mir weder derTon noch das Benehmen der Männer gefiel, schoss mir als Erstes durch den Kopf:
„Die treffen sich alle bei uns! So schlimm kann es also nicht werden!“
Doch dann wurde mir schlagartig klar, dass aus unserem Paradies die Hölle geworden war.
Meine Tante und Tante Christa wurden harsch an den Armen gepackt:
„Los, wird’s bald, oder braucht ihr eine Extraeinladung?!“ Mama war sechsundzwanzig, Tante Christa zweiundzwanzig jahre alt.

Mein Großvater stellte sich tapfer vor seine Schwiegertöchter und schaffte es sogar noch, seine Söhne Jakob und Hans daran zu hindern, mit Stuhlbeinen auf die unwillkommenen Eindringlinge einzuschlagen.
„Die Banater Schwaben sind Faschisten, Verräter und Kriegsverbrecher,“ übersetzte der Dorfvorsteher die gebrüllten Wortfetzen der fremden Männer: „Die jugoslawische Volksbefreiungsarmee hat von den sowjetischen Besatzern jedwede Macht über uns erhalten.
Wir sind sozusagen Freiwild, und sie können und werden nach ihrem Gutdünken mit uns verfahren! Die Frauen werden zum Arbeitseinsatz abkommandiert!“


Kreischende, wimmernde, weinende Frauen wurden vor der Gaststätte meiner Familie zusammengetrieben, mit Knüppeln, mit Gewehrkolben, mit Fußtritten von harten Stiefeln.
Manche Frauen bluteten, wimmerten, wurden an Armen oder Beinen durch den Schnee geschleift, während ihre Kinder kreischend und schreiend neben ihnen herliefen.
jede Frau soll soviel warme Kleidung mitnehmen, wie sie tragen kann“, wurden Gerüchte weitergetragen und hallten wie Peitschenhiebe durch die eiskalte schwarze Nacht.
Die Schreie prallten an den Hausmauern ab und knallten mir um die Ohren wie die Schüsse, die Schläge und das Weinen.
Ältere Frauen klammerten sich an ihre Töchter, flehten um Gnade, fielen vor den Partisanen auf die Knie.

„Nicht meine Tochter! Sie ist doch erst siebzehn, sie geht noch zur Schule!“
„Nehmen Sie mich statt meiner Tochter! Meine Kleine ist krank und hat Fieber!“
„Und meine Tochter hat gerade erst ihre erste Blutung und schreckliche Bauchkrämpfe!“

Doch die Mütter der jungen Mädchen und Frauen wurden mit dem Gewehrkolben weggestoßen oder mit harten Fußtritten verscheucht.

„ALLE FRAUEN! SOFORT!“
„jede Frau soll so viele warme Sachen anziehen, wie sie hat! Es wird eine lange Reise!“

Die ganze Stadt war in dieser Heiligen Nacht auf den Beinen und begleitete die völlig verzweifelten jungen Frauen zum Treffpunkt und Abmarsch befehl um Mitternacht.

Weihnachten.25.Dezember 1944:
„In Zweierreihen aufstellen und ab marsch!“
Bewaffnete russische Soldaten trieben uns hundertdreiundachtzig Frauen und Mädchen aus Lazarfeld durch das heftige Schneetreiben.
Neben mir schwankte schluchzend Christa, meine junge Schwägerin.
Wir beide schleppten je einen zentnerschweren Sack, zusammengebunden aus einem Betttuch, den unser gemeinsamer Schwiegervater uns in der Eile zusammengepackt hatte.
Ich konnte es noch gar nicht fassen, was in den letzten vierundzwanzig Stunden geschehen war.

Nein.
Nicht jetzt.
Nicht Weihnachten.
Nicht, wo mein Jakob gerade mal vier Tage Urlaub hat.
Nicht vor meinem fünfjährigen Kind.
Ausgeschlossen.
Mir blieb das Herz stehen.
Kraftlos sank ich auf einen Stuhl, die Biergläser glitten mir aus der Hand.
Das Blut rauschte mir in den Ohren und gefror in meinen Adern.


Der gesamte Marktplatz vor unserem Gasthaus war auf vierhundert Meter mit Panzern und Eisengittern abgesperrt.
Wie Vieh wurden wir hineingetrieben, zwischen die Absperrgitter.
Niemand durfte zu uns Frauen, und wir Frauen durften nicht mehr zum Rest unserer Familie.
Als wir schließlich in Zweierreihen vor unserem Gasthaus auf dem großen Marktplatz standen und die Glocken nicht aufhören wollten zu läuten, da gellte plötzlich doch der Befehl über die Menschenmenge:

„Jede Frau darf sich noch einmal von ihrem Kind verabschieden, aber nur eine Minute!“
„Dawal, dawail“

„Versprich mir, dass du auf die Anni aufpasst, Schwiegermutter!“
„Ich verspreche es!“

Und dann wurden wir auch schon wie Schwerverbrecherinnen abgeführt, beladen mit unseren Lumpenbündeln, wankten wir jammernd und schluchzend durch den Schnee.
Die Alten hinter der Absperrung beteten laut um ein Wunder: „Herr, hilf, Herr, erlöse uns von dem Bösen, Herrgott, erbarme dich unser!“ Aber der Herrgott, zu dem wir unser Leben lang gebetet hatten, erhörte uns nicht.
Zwischen all den Russen und Serben, die sowieso nicht an ihn glaubten, gab es keinen Herrgott mehr.
Meine Schwiegereltern hatten noch meine Eltern verständigt, doch diese waren nicht mehr erschienen.

Meine Schwiegermutter Barbara, das schreiende Kind im Arm, lief noch eine Zeit lang mit unserem Zug mit, doch dann musste sie umkehren, da die Soldatinnen mit Knüppeln auf sie und meine arme kleine Anni einschlugen.

„Ich verspreche es!“, schrie Barbara noch einmal.
„Ich lasse sie nicht aus den Augen!“

Dann verschwand sie in der Menge.

Unter harschem Geschrei und Gezerre der Bewacherinnen und Bewacherwurden wir aussortiert und auseinandergerissen: Zu je vierzig Frauen wurden wir in die Viehwaggons gestoßen, deren Türen sofort von außen verriegelt wurden.
Christa und ich klammerten uns mit eiskalten Händen aneinander, damit wir nicht getrennt würden.


Da standen wir, bitterlich frierend und mit den Zähnen klappernd, eng zusammengedrängt, in der eisigen Kälte.
Der Waggon war notdürftig mit Stroh ausgelegt, aber man konnte sich nicht gleichzeitig hinsetzen oder hinlegen.
Abwechselnd standen wir zwei Tage und Nächte frierend und zitternd in diesem Viehwaggon, bis der Zug sich endlich in Bewegung setzte.
So lange dauerte es, bis aus dem ganzen donauschwäbischen Siedlungsgebiet alle jungen Frauen und Mädchen zusammengetrieben worden waren.
Inzwischen waren die Ersten aus unserer Gruppe bereits zusammengebrochen.
Es waren drei schwangere Frauen dabei, die sich ständig übergeben mussten.
Das Zittern und Heulen verstummte nicht eine Sekunde.
Viele von uns hatten Schüttelfrost.
Auch Christa und ich klapperten mit den Zähnen und weinten uns die Seele aus dem Leib.
Plötzlich setzte sich der Zug in Bewegung.
Ein Aufheulen ging durch die Frauen, die das Gleichgewicht verloren und versuchten, sich aneinander festzuklammern.
Wir fielen übereinander wie Säcke.


Immer weiter und immer weiter fuhr unser Zug, das gleichmäßige Rattern versetzte uns in dauerhafte Schockstarre, keine von uns hatte noch die Kraft, daran zu glauben, diesen Zug lebend verlassen zu können.
Es war, als hätte man uns über Wochen in eine Gefriertruhe ge_ sperrt und den Deckel über uns zugemacht.
Nach zahllosen Tagen hielt der Zug an einem Bahnhof ohne Namen.

Bewaffnete Uniformierte brüllten uns an, dass wir losmarschieren sollten, und zwar dawai, dawail Viele von uns schafften es nicht mehr, sie wurden in die Mitte genommen und mitgeschleift.
Wir hatten keine Ahnung, was mit uns geschehen würde.


Nach einem längeren Fußmarsch erreichten wir vollkommen erschöpft das Lager, und es sah furchterregend aus.
Eine völlig heruntergekommene Kaserne im Nirgendwo der Hölle! Die Fenster waren undicht, der eisige Wind heulte und pfiff durch den kahlen Raum, in den sie uns stießen.

Dies mochte für irgendwelche russischen Soldaten der Aufenthaltsraum gewesen sein, die unverputzten rauen Wände waren beschmiert, Holzbänke und Tische zerkratzt, kaputt, verrostet.

Alte Aschenbecher standen noch auf dem Fußboden, vertrocknete Exkremente, Blut von Schlägereien, gefrorenes Erbrochenes, Scherben von Haschen, verschütteter Alkohol.
Es war unvorstellbar, in diesem Raum nun fünf Jahre leben zu müssen! Wir Frauen standen da, starrten in das Grauen, das uns umfing wie ein grässlicher Albtraum, und konnten es nicht begreifen, dass dieser Raum nach achtundzwanzig Tagen in diesem Viehwaggon nun unser Ziel sein sollte!


Starlowo Orlobirsk, Sibirien, 1946
Hunger, Kälte, Heimweh und Sehnsucht nach meinem Kind waren zum Alltag geworden, und das Jahr 1946 neigte sich dem Ende zu.
Ich wusste nicht, ob mein Kind noch lebte, ob es noch bei meinen Schwiegereltern war, ob es überhaupt noch ein Zuhause gab.
Niemand von uns hatte die geringste Ahnung, denn wir hatten keinen Zugang zu Zeitungen oder Radio.

Von unserer ursprünglichen Gruppe von damals zweihundertfünfzig Frauen waren wir noch hundertsechzig, die es bis hierher überlebt hatten.
Viele von uns vegetierten nur noch zum Skelett abgemagert auf ihren verschmutzten Strohsäcken, von Ungeziefer verbissen, von Ratten angenagt.
Sie waren kaum noch ansprechbar, geschweige denn arbeitsfähig.
Wir rissen uns um die paar Zeitungsfetzen, die zwar in russischer Schrift, aber mit eindeutigen Fotos versehen waren, Deutschlands Städte lagen in Schutt und Asche!

„Es gibt keine einzige deutsche Siedlung mehr im Banat, alles ist unter jugoslawischer, kommunistischer Herrschaft.
Wenn ihr jemals von hier freigelassen werdet, so könnt ihr nicht dahin zurück.“
„Aber wo sollen wir denn sonst hin? Wir waren doch noch nie in diesem Deutschland, das für unser aller Elend und Schicksal verantwortlich ist mit seinem Hitler und seinem Krieg!“

Ja, das konnte uns keiner sagen.
Wir waren heimatlos! Es gab den Banat nicht mehr!



Rudolfsgnad, Serbien, an einem Sonntagnachmittag im Sommer 1946

Inzwischen wollte man das donauschwäbische Volk ausrotten.
Das Todeslager war voller deutscher Menschen.
Was man sonst Leben nennt, war für diese Menschen nur noch ein grauenvolles Vegetieren.
Ein langsames, elendes Verhungern.
Allein das Jahr 1946 brachte etwa 13.000 Tote auf die „Teletschka“, wie die Serben die Rudolfsgnader Hutweide, ein mooriges Gebiet zwischen den Flüssen, nannte.

Hinweis: Wir vermitteln keine Bücher. Wenden Sie sich bitte an den Verlag oder Ihren Buchhändler.

Das letzte Versprechen
Roman nach einer wahren Geschichte von Hera Lind
Buch (Taschenbuch) 11,99 € inkl. MwSt.
Verlag Knaur
Seitenzahl 400
ISBN 978-3-426-52835-8

Werbung
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..